Neue Musik-Alben lassen mehr Menschen im Straßenverkehr sterben
Neue Alben von Stars wie Taylor Swift, Drake oder Harry Styles sorgen nicht nur für hohe Streaming-Zahlen, sondern könnten auch mit einem Anstieg tödlicher Verkehrsunfälle verbunden sein. Das legt eine Studie von Forschern der Harvard Medical School nahe.
Zunächst untersuchten die Forscher, ob sich das Musikinteresse an den Veröffentlichungstagen tatsächlich deutlich erhöhte. Dies bestätigte sich: Die Streaming-Zahlen der 200 meistgehörten Songs in den USA lagen an diesen Tagen durchschnittlich 43 Prozent über denen der umliegenden Tage. Die Daten zeigen allerdings nicht, ob die Wiedergabe jeweils im Auto erfolgte. Für die eigentliche Analyse griff das Team deshalb auf ein US-weites Register tödlicher Verkehrsunfälle zurück und verglich die Zahlen an den Veröffentlichungstagen mit jeweils zehn Tagen davor und danach.
Berücksichtigt wurden unter anderem Wochentage, Feiertage und saisonale Schwankungen. Nach diesen Anpassungen ergab sich immer noch ein deutlicher Anstieg der Verkehrstoten. Nach Berechnungen der Forscher könnten die zehn untersuchten Veröffentlichungstage insgesamt mit rund 182 zusätzlichen Todesfällen verbunden gewesen sein.
Besonders ausgeprägt war der beobachtete Anstieg bei jüngeren und männlichen Fahrern, bei allein fahrenden Personen sowie bei Autos mit integriertem Infotainmentsystem. Einen direkten Nachweis, dass die Unfallopfer tatsächlich wegen der Musikwiedergabe am Smartphone abgelenkt waren, liefert die Studie jedoch nicht.
Die Forscher empfehlen Fahrern allerdings vor allem einfache Vorsichtsmaßnahmen: Musik sollte besser vor Fahrtbeginn ausgewählt und gestartet werden. Streamingdienste könnten Nutzer bei der Bewerbung neuer Alben zudem daran erinnern, die Wiedergabe bereits vor dem Losfahren einzurichten.
Siehe auch:
Stars sind tödlich
Demnach lag die Zahl der Verkehrstoten in den USA an Tagen der Veröffentlichung besonders erfolgreicher Alben um 15,1 Prozent über dem Niveau vergleichbarer Tage. Für ihre Untersuchung betrachteten die Wissenschaftler zehn große Albumveröffentlichungen zwischen 2017 und 2022, berichtet der Guardian. Ausgewählt wurden die Alben anhand der höchsten Zahl an Spotify-Streams innerhalb eines einzelnen Tages. Dazu gehörten unter anderem Taylor Swifts "Midnights" vom 21. Oktober 2022, Drakes "Scorpion" vom 29. Juni 2018 und Harry Styles' "Harry's House" vom 20. Mai 2022.Zunächst untersuchten die Forscher, ob sich das Musikinteresse an den Veröffentlichungstagen tatsächlich deutlich erhöhte. Dies bestätigte sich: Die Streaming-Zahlen der 200 meistgehörten Songs in den USA lagen an diesen Tagen durchschnittlich 43 Prozent über denen der umliegenden Tage. Die Daten zeigen allerdings nicht, ob die Wiedergabe jeweils im Auto erfolgte. Für die eigentliche Analyse griff das Team deshalb auf ein US-weites Register tödlicher Verkehrsunfälle zurück und verglich die Zahlen an den Veröffentlichungstagen mit jeweils zehn Tagen davor und danach.
Berücksichtigt wurden unter anderem Wochentage, Feiertage und saisonale Schwankungen. Nach diesen Anpassungen ergab sich immer noch ein deutlicher Anstieg der Verkehrstoten. Nach Berechnungen der Forscher könnten die zehn untersuchten Veröffentlichungstage insgesamt mit rund 182 zusätzlichen Todesfällen verbunden gewesen sein.
Ablenkung bei der Musik-Wahl
Als mögliche Ursache sehen die Wissenschaftler die Ablenkung durch Smartphones. Wer ein neues Album unterwegs hören möchte, muss häufig das Smartphone entsperren, eine App öffnen, das Album suchen und einen Titel auswählen. Gerade neue und energiegeladene Musik könne zudem die Aufmerksamkeit beim Fahren stärker beanspruchen.Besonders ausgeprägt war der beobachtete Anstieg bei jüngeren und männlichen Fahrern, bei allein fahrenden Personen sowie bei Autos mit integriertem Infotainmentsystem. Einen direkten Nachweis, dass die Unfallopfer tatsächlich wegen der Musikwiedergabe am Smartphone abgelenkt waren, liefert die Studie jedoch nicht.
Die Forscher empfehlen Fahrern allerdings vor allem einfache Vorsichtsmaßnahmen: Musik sollte besser vor Fahrtbeginn ausgewählt und gestartet werden. Streamingdienste könnten Nutzer bei der Bewerbung neuer Alben zudem daran erinnern, die Wiedergabe bereits vor dem Losfahren einzurichten.
Zusammenfassung
- Eine Harvard-Studie verknüpft neue Musikalben mit mehr Verkehrstoten
- An Veröffentlichungstagen stieg die Zahl der Toten um 15,1 Prozent
- Untersucht wurden zehn Alben, die zwischen 2017 und 2022 erschienen
- Die Forscher vermuten Ablenkung durch Smartphones als Hauptursache
- Junge und männliche Fahrer waren besonders oft in Unfälle verwickelt
- Experten raten dazu, die Musik bereits vor Fahrtbeginn auszuwählen
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